Wir hören immer mehr über Gluten, und meistens sind es negative Nachrichten. Ist es wirklich sinnvoll, es aus unserer täglichen Ernährung zu streichen, um die Gesundheit zu verbessern? Ist eine glutenfreie Diät für jeden vorteilhaft? Diese und viele andere Fakten über Gluten erfahren Sie in unserem Blog. Absolut lesenswert!

INHALTSVERZEICHNIS:
- Was ist Gluten?
- Glutenhaltige Produkte
- Für wen ist die glutenfreie Diät geeignet?
- Zöliakie
- Glutenallergie
- Glutenunverträglichkeit
- Wie erkennt man, ob Gluten schadet?
- Was darf man bei einer glutenfreien Diät essen?
WAS IST GLUTEN?
Als Gluten bezeichnet man Proteine, die in Getreidesorten wie Weizen und seinen Varianten (Dinkel, Durum usw.), Roggen, Triticale und Gerste vorkommen. Genau diese Proteine sorgen dafür, dass der Teig klebrig und elastisch wird und gut aufgeht. Dieser bindenden Eigenschaft verdankt Gluten seinen Namen, der sich vom lateinischen Wort für Leim ableitet.
Gluten ist nicht nur in Brot und Getreideprodukten enthalten, sondern auch in vielen anderen Arten verarbeiteter Lebensmittel – von Fleisch- und Wurstwaren bis hin zu Saucen und Brühwürfeln. Einigen Produkten wird es zugesetzt, da es ein guter Träger für Aromen ist. Personen, die eine glutenfreie Diät einhalten, sollten daher genau auf die Etiketten achten und nach Produkten mit dem Symbol der durchgestrichenen Ähre suchen. Dies gibt die Sicherheit, dass im Produktionsprozess kein Kontakt mit glutenhaltigen Lebensmitteln stattgefunden hat.
WELCHE PRODUKTE ENTHALTEN GLUTEN?
Glutenhaltiges Getreide lässt sich leicht vom Speiseplan streichen. Schwierig wird es, wenn Gluten Produkten zugesetzt wird, die nichts mit Getreide zu tun haben. Dazu gehören Wurstwaren, Süßigkeiten, Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel, Gewürze, Joghurts mit Getreidezusatz, Panaden in fertigen Fleischgerichten, Sojasauce, Fertiggerichte und vieles mehr.
Personen mit Zöliakie, die kein Gluten verzehren dürfen, sollten Lebensmittelhersteller wählen, die Warnhinweise über mögliche Glutenverunreinigungen im Produktionsprozess verwenden. Wenn ein Hersteller einen glutenhaltigen Rohstoff verwendet, muss diese Information auf dem Etikett angegeben werden! Wird jedoch bewusst kein Gluten verwendet, besteht aber ein Kontaminationsrisiko (z. B. beim Verpacken), ist die Angabe freiwillig und gilt lediglich als gute Herstellungspraxis.
Glutenhaltige Produkte sind unter anderem:
- Brot und Backwaren,
- Nudeln/Teigwaren,
- Kleie und Keime der genannten Getreidesorten,
- bestimmte Grützen (z. B. Grieß, Bulgur, Couscous, Graupen, Perlgraupen),
- Kuchen,
- Kekse und Gebäck,
- salzige Snacks und andere Backwaren,
- Getreidekaffee,
- Bier,
- Frühstücksflocken,
- Joghurts, Würstchen,
- Sojasauce,
- Wurstwaren,
- Feinkostprodukte,
- Mayonnaise,
- Senf,
- Gemüsekonserven,
- Marinaden,
- Schokolade,
- Chips,
- Gewürzmischungen.
FÜR WEN IST DIE GLUTENFREIE DIÄT GEEIGNET?
Für die meisten Menschen ist Gluten sicher und es besteht keine Notwendigkeit, es aus der Ernährung zu streichen. Trotz zahlreicher Studien konnte nicht nachgewiesen werden, dass Gluten direkt eine Ursache für Übergewicht ist. Die Verbindung schadet nur in spezifischen, medizinisch definierten Fällen: Zöliakie, Glutenallergie und Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität (NCGS). Gesunden Personen wird der Verzicht auf Gluten nicht empfohlen, da eine nicht ausgewogene Diät zu erheblichen Nährstoffmängeln führen kann.
ZÖLIAKIE
Zöliakie gilt als das größte gesundheitliche Problem, das mit einer glutenfreien Diät behandelt wird. Es handelt sich um eine genetisch bedingte Autoimmunerkrankung (der Körper bildet Antikörper gegen das eigene Gewebe). Schätzungen zufolge ist 1 % der Bevölkerung betroffen, wobei die Krankheit oft aktiviert wird, wenn Getreideprodukte in die Beikost von Säuglingen eingeführt werden.
Die durch Zöliakie verursachten Antikörper rufen eine Entzündung im Darm hervor, die schrittweise die Schleimhaut schädigt. Dadurch verringert sich die Oberfläche des Darms, über die Nährstoffe aufgenommen werden können. Es kommt zu Verdauungsproblemen, die das belastendste Symptom dieser Krankheit sind.
Bei Säuglingen führt Zöliakie meist zu Funktionsstörungen des Magen-Darm-Traktes, was Durchfall, Aphten im Mund sowie Gewichtsverlust und Wachstumsstörungen verursacht. Bei Erwachsenen treten häufiger Hautveränderungen sowie Reaktionen des Nervensystems wie Migräne, Konzentrationsmangel oder Depressionen auf.
Ignorierte Zöliakie kann zu Unfruchtbarkeit, Osteoporose oder Darmkrebs führen. Derzeit ist die einzige wirksame Behandlungsmethode der strikte Verzicht auf Gluten. Es ist wichtig zu wissen, dass Zöliakie und Glutenallergie, obwohl sie oft verwechselt werden, nicht dasselbe sind.
GLUTENALLERGIE
Eine der am häufigsten vorkommenden Lebensmittelallergien ist die Allergie gegen Gluten. Schätzungen zufolge reagieren 10 bis 20 % der Menschen mit Lebensmittelallergien negativ auf dieses Protein.
Die Allergie resultuje aus einem Anstieg glutenspezifischer Antikörper, die den Körper zur Reaktion zwingen. Dies geschieht innerhalb weniger Minuten bis hin zu einigen Stunden nach dem Verzehr des Allergens. Je nach Organismus tritt ein Symptom oder mehrere gleichzeitig auf.
Zu den typischen Symptomen einer Glutenallergie gehören: Erbrechen, Durchfall, Hautveränderungen (Nesselsucht, Neurodermitis), Aphten im Mund, Schwellungen von Lippen oder Zunge, Bronchialspasmen und Atembeschwerden, wässriger Schnupfen oder im schlimmsten Fall ein anaphylaktischer Schock.
Bei Kindern können Symptome bereits nach dem Verzehr geringster Mengen auftreten. Bei Erwachsenen spricht man von einer Toleranzgrenze von ca. 10 g Gluten.
Zur Diagnose einer Glutenallergie werden typische Hauttests und die Messung der IgE-Antikörperkonzentration im Blut durchgeführt.
NICHT-ZÖLIAKIE-GLUTENSENSITIVITÄT
Von einer Überempfindlichkeit oder Glutenunverträglichkeit spricht man, wenn trotz Ausschluss einer Lebensmittelallergie (IgE-Werte normal) und Zöliakie dennoch Symptome nach dem Glutenverzehr auftreten. Bei dieser Störung beobachtet man unspezifische und vielfältige Symptome. Dies können sein: Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Anämie, chronische Müdigkeit, Depressionen, Stimmungsschwankungen, Übelkeit, Sodbrennen oder ein Völlegefühl.
Die Nicht-Zöliakie-Glutenunverträglichkeit kann zusammen mit anderen Autoimmun- oder neurologischen Erkrankungen auftreten (z. B. Hashimoto, Epilepsie, Typ-1-Diabetes, rheumatoide Arthritis). Eine glutenfreie Diät kann hier den allgemeinen Gesundheitszustand verbessern.
WIE ERKENNT MAN, OB GLUTEN SCHADET?
Heutzutage erhalten immer mehr Patienten fälschlicherweise die Diagnose Reizdarmsyndrom. Wahrscheinlich leiden viele von ihnen an einer Gluten- oder Weizensensitivität, und der einzige effektive Weg zur Linderung ihrer Beschwerden ist eine glutenfreie Diät. Um eine Diagnose zu sichern, ist ein Arztbesuch und entsprechende Untersuchungen unerlässlich. Denken Sie daran: Der Verzicht auf Gluten ist eine Heilmethode, kein Modetrend. Eine korrekt durchgeführte Diät bringt weit mehr Vorteile als die Einnahme von Medikamenten.
Wenn Sie einige der folgenden Symptome bei sich beobachten, lohnt es sich, sich mit dem Thema glutenfreie Ernährung zu beschäftigen. Sie können sehr leicht testen, ob diese Diät für Sie geeignet ist, indem Sie Gluten für zwei Wochen komplett weglassen. Wenn sich Ihr Wohlbefinden verbessert, ist es möglich, że Gluten die Ursache Ihrer gesundheitlichen Probleme ist.
- Bauchschmerzen
- Ausschlag, Ekzeme
- Kopfschmerzen
- Gefühl ständiger Müdigkeit
- Benommenheit / "Brain Fog"
- Durchfall
- Blähungen
- Verstopfung
- Anämie
- Taubheitsgefühl und Schmerzen in den Gliedmaßen
- Schwächegefühl / Ohnmacht
- Brennen in der Speiseröhre
- Übelkeit und Erbrechen
- Gluckern im Darm
- Zungenentzündung
WAS DARF MAN BEI EINER GLUTENFREIEN DIÄT ESSEN?
Eine glutenfreie Diät besteht im vollständigen Ausschluss von Produkten, die glutenhaltiges Getreide oder deren Bestandteile enthalten. Um die Kohlenhydratzufuhr sicherzustellen, müssen Getreideprodukte durch glutenfreie Alternativen ersetzt werden.
Denken Sie daran, dass das Fehlen oder Vorhandensein von Gluten eine Diät nicht automatisch gesund lub ungesund macht. Auch die restliche Lebensmittelauswahl zählt. Damit eine glutenfreie Diät ausgewogen ist, sollten Obst, Gemüse, Fisch und Milch integriert werden, die natürlicherweise glutenfrei sind.
Obwohl man bei einer glutenfreien Diät auf viele Produkte verzichten muss, kann man dennoch Brot lub Nudeln genießen, die aus glutenfreien Getreide- oder Pseudogetreidesorten hergestellt wurden.
Zu den natürlich glutenfreien Getreidesorten gehören:
- Hafer (aus zertifiziertem Anbau ohne Weizenkontamination)
- Reis
- Mais
- Hirse
- Sorghum
- Buchweizen
- Amaranth
- Quinoa
- Wassernuss
Darüber hinaus finden wir kein Gluten in Meeresfrüchten, Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse, Nüssen, Trockenfrüchten, Eiern, reinen Einzelgewürzen, Ölen (außer Weizenkeimöl), Milch und Milchprodukten oraz Getränken (Tee, Kaffee, frische Säfte, Kräuter, reine Spirituosen, Wein) und Süßungsmitteln wie Zucker, Honig, Melasse oder Ahornsirup.

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